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Deutscher Immobilienkongress 2026 des BFW: Austausch und Verantwortung im Zentrum

März 2026 – Der Deutsche Immobilienkongress (DIK) 2026 in Berlin bot auch in diesem Jahr mehr als eine Momentaufnahme der aktuellen Marktlage. Für econcept war die Teilnahme vor allem eine Gelegenheit, fachlichen Austausch, politischen Dialog und den Netzwerkgedanken der Branche in einem konzentrierten Rahmen zu erleben – und aktiv mitzugestalten. Das Engagement im Jungen Netzwerk des BFW machte dabei deutlich, wie wichtig es ist, die Perspektive des Führungsnachwuchses frühzeitig und strukturiert in die Debatten einzubringen.
Fachlicher Auftakt: Projekttour als Realitätscheck
Den inhaltlichen Einstieg bildete die Projekttour des Jungen Netzwerks am frühen Mittwochnachmittag. Noch vor den politischen Programmpunkten stand damit ein konkretes Projekt im Mittelpunkt – ein bewusst gewählter Rahmen. Eröffnet wurde die Tour von Phil Marbé, der als ehrenamtlicher Vertreter des Jungen Netzwerks Berlin/Brandenburg die Teilnehmenden begrüßte und den fachlichen Bogen von der konkreten Projektpraxis zu den übergeordneten politischen und wirtschaftlichen Fragestellungen spannte. Dabei wurde deutlich, dass die wachsende Dichte an Regelwerken und Anforderungen das Bauen insgesamt erheblich verkompliziert – und dass insbesondere öffentliche Bauvorhaben derzeit kaum zeigen, wie sich Anspruch, Kosten und Umsetzung verlässlich in Einklang bringen lassen.
Die gemeinsame Besichtigung schuf Raum für Diskussionen jenseits abstrakter Leitbilder: Wie lassen sich Nutzung, Wirtschaftlichkeit und stadträumliche Qualität heute noch zusammenbringen? Wo liegen die Grenzen planerischer Verdichtung, wo reale Spielräume für pragmatische Lösungen?
Politischer Vorabend: Dialog auf Augenhöhe
Der politische Vorabend in der PlaceOne Panoramabar bot anschließend den passenden Rahmen, um diese Themen in einen größeren Kontext einzuordnen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft kamen zusammen, um informell, aber nicht unverbindlich zu diskutieren.
Für econcept war der Abend vor allem Ausdruck eines notwendigen Dialogs auf Augenhöhe. Die aktuellen Herausforderungen im Neubau und im Bestand lassen sich nicht durch Einzelmaßnahmen lösen. Sie erfordern ein gemeinsames Verständnis von Zielkonflikten – zwischen Anspruch und Umsetzbarkeit, zwischen Regulierung und Geschwindigkeit.
Der DIK als Ort der inhaltlichen Auseinandersetzung
Am Donnerstag rückte der Deutsche Immobilienkongress selbst in den Fokus. Die Bandbreite der Themen wurde in den Diskussionsrunden im Humboldt Carré besonders deutlich: von Bauvertragsrecht und Planungsbeschleunigung über Finanzierungsfragen bis hin zur wirtschaftlichen Machbarkeit von Sanierungen im Bestand. Auffällig war dabei weniger ein Mangel an Problembewusstsein als vielmehr die zunehmende Klarheit darüber, dass viele der bestehenden Instrumente an ihre Grenzen stoßen.
Gerade für die mittelständische Immobilienwirtschaft wurde deutlich, wie wichtig es ist, praktikable Lösungen zu entwickeln, die sowohl rechtssicher als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Der Kongress bot hierfür keine einfachen Antworten – aber wertvolle Impulse.
Der Deutsche Immobilienkongress 2026 hat erneut verdeutlicht, dass die zentralen Herausforderungen der Branche nicht isoliert gelöst werden können. Vielmehr braucht es Formate, in denen fachliche Erfahrung, politische Perspektiven und unterschiedliche Generationen zusammenkommen. Für econcept war die Teilnahme vor diesem Hintergrund relevant: als Teil eines kontinuierlichen Austauschs, der bestehende Strukturen hinterfragt und Verantwortung nicht delegiert, sondern annimmt. Der DIK bot dafür einen wichtigen Rahmen.
Fotos: Sascha Rochow (BFW) & Phil Marbé



