SICHTWEISEN
Mehrwert für Menschen.
econcept ist in vielfacher Hinsicht anders als andere Projektentwickler und Bauträger. Die Unternehmensmaxime ist einfach formuliert, wiegt aber schwer: Wert auf Werte legen. Und das ist noch nicht alles, wie die Geschäftsführenden Rainer Bahr, Phil Marbé und Emily Eick sagen.
Wer sich mit Immobilien professionell beschäftigt, stößt häufig auf das Wort Rendite. Ein Begriff, von dem bei Ihnen weder zu lesen noch zu hören ist...
Bahr: „Ich habe in meiner Anfangszeit sehr viel von einem alten und von mir sehr geschätzten Mentor gelernt. Eines der wichtigsten Dinge war für ihn – und ist es mich auch – zu begreifen, dass Vertrauen eine Währung ist. Er sagte immer: Sieh nicht auf das Geld, sieh zu, dass du deine Arbeit exzellent machst, dann kommt das Geld von ganz alleine. Im Alltag ist es selbstverständlich so, dass man zum Bauen Geld braucht. Geld, das investiert wird, soll in aller Regel auch wieder mit Gewinn zurück zum Investor kommen – keine Frage. Was uns unterscheidet ist, dass wir den Mehrwert nicht in Geldbeträgen messen, sondern daran, ob unser Handeln das Leben, Wohnen und Arbeiten in einem Kiez wertvoller macht. Tut es das, dann erzielen alle einen Gewinn – auch der Investor. Eine wichtige Grundlage ist dabei für mich, dass Geld wie gespeicherte Energie ist. Diese finanzielle Energie sorgt dafür, dass Material bewegt werden kann und Menschen arbeiten können. Ohne diese Form von Energie bleibt vieles bewegungslos.“
Dieser Weg hat Ihrem Erfolg keinen Abbruch getan – oder?
Marbé: „Im Gegenteil, wir wachsen sehr organisch und realisieren heute auch Projekte, die im dreistelligen Millionenbereich liegen. Wir bauen Häuser zum Arbeiten und Leben, die ganz verschiedene Menschen ansprechen. Was uns dabei wichtig ist, lässt sich hier – an unserem Sitz am Park am Wasserturm – gut zeigen: In diesem Block haben wir 270 Wohnungen gebaut oder modernisiert, die dann vermietet oder verkauft wurden – und das wissen die Menschen, die hier leben. Ihr freundlicher Umgang mit uns ist ein lebendiges Zeichen dafür, dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben.“
Welche Rolle spielt Architektur für econcept?
Bahr: „Wir schaffen die Kulisse für das Theaterstück des Lebens auf der Straße: Daher ist es wichtig, schöne Häuser zu bauen. Mich wundert, dass dieses Thema so selten in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Wie gern geht man durch ein Altbauquartier mit den schönen Altbaufassaden spazieren. Es ist erholsam und tut dem Menschen gut. Das Gefühl ist ein ganz anderes, wenn man durch eine große Plattenbausiedlung geht. Die Umgebung macht etwas mit Menschen. Eine schöne Umgebung unterstützt ein gutes Leben.
Dennoch folgen wir immer dem alten und oft zitierten Leitsatz, dass die Form der Funktion zu folgen hat. Die Funktion hat Vorrang, denn die Häuser sollen so gut funktionieren, dass die Menschen die Häuser möglichst über Jahrzehnte nutzen können. Erst dann entwickeln wir das passende Kleid, so dass die Gebäude auch der vorbeilaufenden Öffentlichkeit dienen.
Eick: „…nicht nur dem Publikum auf der Straße. Es bietet dann auch einen Mehrwert für die Bewohner, die gewerblichen Nutzer sowie für die Handwerksbetriebe, Planer, Architekten und Investoren und trägt zu einer guten Stadtgesellschaft bei.
Sie planen und entwerfen aber nicht selbst?
Eick: „Nein, wir sind Generalisten und bringen Menschen und Organisationen zusammen. Dabei wissen wir, dass Gutes nur dort entsteht, wo Komplexität in klare Strukturen geführt wird und wo verschiedene Ebenen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zuhören ist dabei ein besonders wichtiger Teil des Alltags. Unser Projekt am Postbahnhof ist dafür ein sehr gutes Beispiel, denn hier haben rund 200 verschiedene Parteien zusammengearbeitet und ein Bürogebäude geschaffen, das objektiv zu den besten Berlins gehört.“
Bahr: „Und: Obwohl wir Generalisten sind, lieben wir das Detail. Die Liebe zum Detail macht aus einem Haus etwas Wertvolleres. Damit meine ich nicht unbedingt die oft zitierten goldenen Wasserhähne, sondern vielleicht das Schild mit der Hausnummer, das entweder neu aufgearbeitet oder ganz neu geschaffen wird. Das ist auch ein guter Spiegel unserer Arbeit im Allgemeinen, die daraus besteht, dass wir mitunter sehr kleinteilig, sehr genau und sehr mühevoll arbeiten müssen, damit am Ende etwas Großes, Funktionierendes und Schönes entsteht.“
Stichwort „Qualität“, was macht die aus Ihrer Sicht aus?
Eick: „Qualität bedeutet auf der einen Seite selbstverständlich, hochwertige Materialien in hochwertige Architektur zu verwandeln. Das kann aber nur funktionieren, wenn sowohl die Prozesse zwischen den Beteiligten als auch der organisatorische Rahmen von Qualität geprägt sind. Das gilt zum Beispiel für das Vertragsmanagement, die Projektkommunikation oder die Abnahmeprozesse.“
Marbé: „Dieser Weg, der uns von vielen unterscheidet, scheint manchem etwas aus der Zeit gefallen. Aber unser Erfolg hat unserem wertebasierten Vorgehen recht gegeben. Wir haben uns Partner und Freunde geschaffen – keine Feinde.“
